Im Laufe der Jahre, in denen wir tropische Pflanzen in unserer Gärtnerei und in Terrarien kultivieren, haben wir viele kleine, aber wichtige Dinge gelernt, die einen großen Unterschied machen.
Im Folgenden finden Sie einige praktische Pflegetipps aus unserer eigenen Erfahrung mit Begonien, Miniaturfarnen, Moosen und anderen Terrariumpflanzen.
1. Substrat – die Grundlage gesunder Wurzeln


Das Substrat muss immer luftig und gut durchlässig sein.
Ein häufiger Fehler ist, dass nur eine kleine Handvoll Perlit zu Torf hinzugefügt wird und man davon ausgeht, dass die Erde damit bereits locker genug ist. In Wirklichkeit benötigt ein gutes Substrat deutlich mehr strukturgebende Bestandteile.
Idealerweise sollte etwa die Hälfte der Mischung aus lockeren und strukturstabilisierenden Materialien bestehen, zum Beispiel:
- Perlit
- Bims
- Lavagranulat
- grober Sand
- kleiner Blähton
- Rinde
- Sphagnum-Moos
Ein gutes Substrat nimmt Wasser leicht auf, ohne zu verdichten.
Am wichtigsten ist jedoch, dass die Wurzeln ständig Zugang zu Sauerstoff haben. Gesunde Wurzeln brauchen Luft genauso wie Wasser.
2. Licht – die wichtigste Energiequelle der Pflanzen


Pflanzen benötigen gutes Licht, denn es ist im Grunde ihre Energie- und Nährstoffquelle.
In unseren Pflanzenregalen verwenden wir Vollspektrum-Pflanzenlampen mit einem einfachen Rhythmus:
12 Stunden Licht und 12 Stunden Ruhezeit.
Pflanzen können auch gut am Fenster wachsen, doch empfindliche Terrariumarten sollten niemals direkter Sonne ausgesetzt werden.
Am besten geeignet ist helles, indirektes Licht.
3. Bewässerung – das richtige Gleichgewicht finden

Das Gießen sollte immer mäßig erfolgen.
Das Ziel ist, das Substrat gleichmäßig feucht zu halten, aber niemals dauerhaft nass.
Viele Menschen fragen, wie oft sie gießen sollen und erwarten Antworten wie „einmal pro Woche“ oder „alle drei Tage“. In Wirklichkeit hängt das Gießen immer vom Zustand des Substrats ab.
Gießen Sie, wenn das Substrat zu trocknen beginnt.
Trockene Erde wird meist heller und der Topf fühlt sich beim Anheben deutlich leichter an.
Wie Dr. House einmal sagte, ist die Regel ganz einfach:
„Ist es nass, trocknen.
Ist es trocken, befeuchten!“
4. Düngung – nur bei aktivem Wachstum

Gedüngt werden sollte nur bei Pflanzen mit einem gut entwickelten Wurzelsystem, die aktiv wachsen.
Beachten Sie dabei immer die Dosierungsangaben auf der Verpackung des Düngers.
Für Blattpflanzen eignet sich ein ausgewogener Dünger wie 20-20-20 (N-P-K) mit Spurenelementen sehr gut.
Frische Stecklinge oder gerade bewurzelte Jungpflanzen benötigen in der Regel noch keinen Dünger.
5. Umtopfen – wenn die Wurzeln den Topf füllen


Pflanzen sollten umgetopft werden, sobald die Wurzeln den gesamten Wurzelballen durchwachsen haben.
Wählen Sie einen neuen Topf, der nur wenige Zentimeter größer ist, setzen Sie die Pflanze vorsichtig um und füllen Sie den freien Raum mit frischem Substrat.
Manchmal ist jedoch nicht nur Umtopfen sinnvoll, sondern auch eine Verjüngung der Pflanze.
Viele Arten profitieren von:
- Teilung
- Neubewurzelung der Triebspitzen
- Vermehrung durch Stecklinge
6. Luftfeuchtigkeit – entscheidend für Terrariumpflanzen


Viele Terrariumpflanzen — Moose, feuchtigkeitsliebende Begonien, Miniaturfarne, Selaginella und andere — benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit, um gut zu wachsen.
Deshalb werden sie häufig in Terrarien oder geschlossenen Behältern kultiviert, in denen die Luftfeuchtigkeit stabil bleibt.
Auf unserer Website finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einrichten eines Terrariums.
Außerdem bieten wir fertige Terrarien mit Beleuchtung, Timer, Belüftung und Hygrometer an, die die Pflanzenpflege deutlich erleichtern.
7. Vermehrung – überraschend einfach

Viele tropische Pflanzen lassen sich sehr leicht durch Blatt- oder Stecklingsvermehrung vermehren.
Begonien oder Usambaraveilchen können beispielsweise aus einem gesunden Blatt gezogen werden. Schneiden Sie ein Blatt ab und pflanzen Sie es in ein leichtes, feuchtes Substrat.
Stellen Sie den Steckling in eine kleine Anzuchtbox oder ein Mini-Gewächshaus unter Pflanzenlicht.
Nach einiger Zeit erscheinen kleine Jungpflanzen. Sobald sie kräftig genug sind, können sie vorsichtig getrennt und einzeln eingepflanzt werden.
Diese einfachen Prinzipien haben uns über viele Jahre geholfen, hunderte tropische Pflanzen erfolgreich zu kultivieren.
Wir hoffen, dass sie auch Ihnen dabei helfen, Freude am eigenen Pflanzenanbau zu haben.
Wenn Sie Fragen haben, können Sie uns jederzeit kontaktieren — wir helfen gerne weiter und teilen unsere Erfahrungen.
